SEO Praxis: Steigerung der Sichtbarkeit durch Gastartikel

Viele Elemente der Suchmaschinenoptimierung kann man selbst beeinflussen. Die Onpage-Optimierung liegt in eigener Hand. Aber auch die Offpage-Optimierung kann man bis zu einem gewissen Grad selbst gestalten. Zum Beispiel durch Gastartikel.

Links von Gastartikeln können die Sichtbarkeit für bestimmte Suchbegriffe erhöhen.

Google bevorzugt informative, nützliche und auch lange Inhalte zu spezifischen Themen. Entsprechend eignen sich Fach-Artikel oder Anleitungen besonders gut für die Suchmaschinenoptimierung. Wer auf einem Gebiet eine besondere Expertise hat, kann sich über Gastartikel einen Namen machen und ein Publikum aufbauen, aber auch wertvolle Links generieren, die Google wiederum bei den Rankings berücksichtigt.

Wir haben in unserem Musikblog Tonspion kürzlich den erfahrenden Tonmeister Chris Jones um einen Gastartikel zum Thema „Audio Kompression“ gebeten. Der Tonmeister betreibt selbst einen Blog zum Thema „Online Mastering“ und so war es naheliegend, seine Expertise zu nutzen, um unseren Lesern – darunter viele Musiker – sein fachliches Knowhow zu einem sehr speziellen Thema bieten zu können.

Nachdem der Artikel veröffentlicht wurde, stiegen die Google Rankings seiner Website über einen längeren Zeitraum beachtlich an.

Google Rankings zwei Wochen nach Veröffentlichung des Artikels: 21 Prozent Steigerung für mehrere Fokus-Keywords.
Google Rankings sechs Wochen nach Veröffentlichung des Artikels: nochmals 20 Prozent Steigerung für mehrere Fokus-Keywords.

Wer Gastartikel schreibt, verschenkt also nicht seine Arbeitszeit oder wertvolles Wissen, sondern gewinnt einen erheblichen Mehrwert in Form von nachhaltig nützlichen Backlinks als Nebeneffekt.

Gastartikel können also ein win-win-win sein: für den Publisher, der erstklassigen Content bekommt, für den Autor, der einen Link und in der Folge bessere Rankings bekommt und für den Leser, der sich über ein spezielles Thema in der Tiefe informieren kann.

Ist der Artikel besonders gelungen und empfehlenswert, werden auch andere Seiten auf ihn verweisen und ihn damit wertvoller machen.

Linkspam gefährdet den Erfolg einer Website

Allerdings sollte man sehr genau darauf achten, einen Beitrag nicht werblich zu gestalten, die Qualität und den Leser im Blick sowie den Themen-Fokus zu behalten. Und auch nicht nur verlinkte Gastbeiträge zu bringen. Ansonsten läuft man Gefahr für „gekaufte Links“ abgestraft zu werden, sowohl von Lesern, deren Vertrauen man verliert, als auch von Google. Die erste Motivation für Gastartikel sollte also immer inhaltlicher Natur sein.

Google warnt in seinen Richtlinien lediglich vor „exzessivem Linktausch“ oder „Artikel-Marketing im großen Stil“. Google straft also nur Seiten ab, die den Linkkauf oder -tausch als Geschäftsmodell betreiben. Kommerzielle Links sind von Google sehr einfach zu erkennen. Sie enthalten oft eine Kaufaufforderung oder Links zu Produktseiten. Inhaltlich motivierte, sinnvolle Links kann Google nicht als Spam identifizieren, selbst wenn sie gekauft oder getauscht wurden. Diese Einschätzung wurde mir persönlich von einem ehemaligen Mitarbeiter des Google-Spamteams bestätigt. Denn dann wäre jeder Link verdächtig.

Punktuell spricht also überhaupt nichts dagegen, sich Experten als Autoren zu holen und die Quellen der Informationen (einschließlich der Autoren-Website) seriös zu verlinken.

Linkbuilding: Was Google dazu sagt

Die beste Methode, Webmaster anderer Websites dazu zu bewegen, über hochqualitative Links auf Ihre Website zu verweisen, sind individuelle und relevante Inhalte, die sich ohne Manipulation großer Beliebtheit bei der Internet-Community erfreuen. Gute Inhalte zu erstellen zahlt sich aus: Links sind meist redaktionelle Bewertungen, die freiwillig abgegeben werden. Je nützlicher Ihre Inhalte sind, desto höher sind also die Chancen, dass jemand anderes diese Inhalte als wertvoll für seine Leser erachtet und auf Ihre Seite verlinkt.

Quelle: Google Search Console

Eine interessante Experten-Diskussion zum Thema „Linkbuilding“ gibt’s im Blog von Sistrix.

Fragen zum Thema Gastartikel? Ich freue mich auf Feedback, Hinweise und eure eigenen Erfahrungswerte.

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