Website verbessern: Mehr Erfolg durch bessere Usability

Ein häufig unterschätzter Faktor in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist die Usability. Im Folgenden finden Sie konkrete Tipps zur Optimierung der Nutzerfreundlichkeit von Webseiten unter Berücksichtigung aktueller technischer und gesetzlicher Standards.

Warum Usability wichtig für eine erfolgreiche Website ist

Die Algorithmen von Suchmaschinen versuchen, Webseiten so zu sehen, wie ein Mensch aus Fleisch und Blut, um die individuell bestmöglichen Treffer zu bieten. Ist ein Artikel nicht sauber strukturiert und einfach lesbar, werden Menschen ihn voraussichtlich nicht lesen und stattdessen einen anderen Artikel suchen.

Suchmaschinen verstehen und simulieren dieses Verhalten mithilfe von Künstlicher Intelligenz anhand unzähliger Datenpunkte. Die wichtigste Erkenntnis daraus lautet: Optimieren Sie jede Seite konsequent für Ihre Nutzer, dann optimieren Sie automatisch auch für Suchmaschinen.

Googles Core Web Vitals messen Ladezeiten und Nutzerfreundlichkeit einer Webseite (Quelle: Pagespeed Insights)

Wenn wichtige Informationen nicht auffindbar oder schwer verständlich sind, wenden sich Nutzer schnell wieder ab. Hohe Absprungraten und kurze Besuchsdauern senden negative Signale an Suchmaschinen und beeinflussen das Ranking direkt.

Die Regel gilt auch fürs KI-Zeitalter: auch Crawler müssen schnell erfassen, worum es auf einer Webseite genau geht und daher bleibt Nutzerfreundlichkeit auch die erste Voraussetzung für Erfolg.

Web Design: Form follows function

Häufig stehen beim Design von Websites reine Geschmacksfragen im Vordergrund, dabei sollte sich die Gestaltung einer Website vor allem nach der Funktionalität richten. Das alte Bauhaus-Prinzip „form follows function“ ist gerade für Webseiten extrem sinnvoll und nützlich.

Auf schmückendes Beiwerk sollte konsequent verzichtet werden. Nutzer lesen online nicht sehr aufmerksam und möchten ohne große Anstrengung zum Ziel ihrer Suche gelangen (Kahneman 2012). Seitenbetreiber müssen jederzeit gewährleisten, dass nichts davon ablenkt, eine Suche zum erfolgreichen Abschluss zu bringen.

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Viele generische KI-Bilder oder große Slider-Elemente empfinden zwar viele als hübsch, aber völlig überflüssig – und außerdem kontraproduktiv für die Usability. Sie kosten zu viel Ladezeit und werden von Nutzern nachweislich ignoriert oder als lästig empfunden (Banner-Blindheit).

Checkliste Usability & Performance

Um zu überprüfen, ob eine Website intuitiv bedienbar ist, hilft neben der Beobachtung von Testpersonen diese aktualisierte Checkliste:

  • Nützlichkeit & Relevanz: Erfüllt der Inhalt der Seite einen konkreten Bedarf?
  • Übersichtlichkeit: Ist die Seite auf Anhieb verständlich? (Nutzer überfliegen Inhalte meist nur oberflächlich).
  • Ablenkungsfreiheit: Gelangen Nutzer ohne störende Elemente schnell an ihr Ziel?
  • Gelernte Standards: Sind Menü, Suche, Impressum und Kontakt an den gewohnten Stellen einfach zu finden?
  • Ladezeiten & Core Web Vitals
    • LCP (Largest Contentful Paint): Lädt das Hauptelement der Seite in unter 2,5 Sekunden? (Bilder komprimieren, modernes WebP/AVIF-Format nutzen, Caching aktivieren).
    • CLS (Cumulative Layout Shift): Ist die Seite visuell stabil oder springen Elemente beim Laden nachträglich hin und her?
    • INP (Interaction to Next Paint): Reagiert die Seite bei Klicks und Eingaben ohne spürbare Verzögerung?
  • Mobile-First & Touch-Usability: Sind alle Buttons und Links mindestens 48×48 Pixel groß und weit genug voneinander entfernt, um Fehlklicks auf dem Smartphone zu vermeiden?
  • Above the Fold: Sind die wesentlichen Informationen jeder Seite im sofort sichtbaren Bereich ohne Scrollen erkennbar?
  • Barrierefreiheit (Accessibility): Erfüllt die Seite die gesetzlichen Vorgaben (z. B. nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz)? Sind die Farbkontraste hoch genug, Texte skalierbar und Bilder mit Alt-Texten für Screenreader hinterlegt?
  • Consent-Management: Ist das Cookie-Banner nutzerfreundlich gestaltet oder schreckt es Besucher durch aggressive „Dark Patterns“ direkt beim Einstieg ab?
  • Strukturierte Navigation: Ist das Hauptmenü logisch aufgebaut? Ist jede Unterseite mit maximal 3–4 Klicks von der Startseite aus erreichbar?
  • Sackgassen vermeiden: Werden unter Artikeln weiterführende Links angeboten, um den Nutzer tiefer in die Website zu führen?

Usability Tools

Die Nutzerfreundlichkeit und technische Performance von Webseiten lässt sich mit kostenlosen Werkzeugen messen:

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Google PageSpeed Insights & CrUX

Ladezeiten und Core Web Vitals sollten regelmäßig überwacht werden. Die Daten basieren auf echten Nutzerdaten (Chrome User Experience Report) und zeigen direkt an, ob die Grenzwerte für LCP, CLS und den Interaktionsmesswert INP eingehalten werden. Schnelle Seiten machen es angenehmer, das Web zu nutzen – und werden daher von Google im Ranking bevorzugt.

Hotjar & Microsoft Clarity

Eine Heatmap zeigt auf, welche Elemente gesehen und welche ignoriert werden(Quelle: https://www.orbitmedia.com/blog/rotating-sliders-hurt-website/)

Mit Heatmap-Tools lässt sich visuell nachvollziehen, welche Elemente einer Website besonders häufig geklickt und wie tief Seiten auf Smartphones oder Desktops durchschnittlich gescrollt werden.

Nach vielen durchgeführten Analysen in Hotjar lässt sich festhalten: Kaum jemand liest bis ganz ans Ende eines langen Textes, das Auge sucht nach den wichtigsten Aussagen, viele Menschen überfliegen Online-Texte nur und klicken nur im oberen, direkt sichtbaren Bereich.

Alles Wichtige muss daher möglichst weit oben platziert werden: Kernaussagen, wichtige Links und Teaser, die neugierig machen, um die Nutzer zum Umschalten aufs „langsame Denken“ zu bewegen.

Heatmaps eignen sich zudem ideal, um auf Basis konkreter Nutzerdaten zu belegen, dass beispielsweise der geplante Homepage-Slider von der Mehrheit der Besucher ignoriert wird oder unklare Menüpunkte nicht geklickt werden.

 

Udo Raaf (Geschäftsführer)

Udo Raaf ist Publisher und SEO-Berater mit über 15 Jahren Erfahrung in der strategischen Suchmaschinenoptimierung für Unternehmen, Agenturen und gemeinnützige Organisationen.

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