Blogvermarktung in Deutschland: So verdienen Blogger Geld

Blogs hatten es in Deutschland noch nie einfach. Jahrelang fehlte es an geeigneten Vermarktungsmöglichkeiten. Doch die Branche hat sich professionalisiert. Hier einige der wichtigsten Blogvermarkter.

Wer einen Blog zu einem speziellen Nischenthema macht, kann nicht darauf hoffen, über Banner signifikante Einnahmen zu erzielen. Dafür braucht man Millionen Seitenaufrufe und die sind mit thematisch klar abgegrenzten Blogs nur selten zu machen.

Trotzdem sind viele Blogs für Marken und Werbetreibende interessant, weil sie eine ganz spezielle Zielgruppe erreichen und Werbung auf Blogs oftmals deutlich günstiger als auf den Seiten der großen Medienhäuser zu haben ist. 

Mit diesen speziellen Blogvermarktern haben wir in den letzten Jahren Erfahrungen gemacht:

1. Blogfoster

Blogfoster zeigt direkt, wie viel man mit einem Post verdienen kann (abhängig von der Reichweite des Blogs).

Blogfoster bietet zahlreiche Kampagnen großer Marken mit Fokus auf Fashion und Style, allerdings auch viele konkurrierende Blogs. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit an einen der begehrten Aufträge zu kommen recht gering. Für jede Kampagne muss man sich mit einem aufwendigen Pitch bewerben. Der unbezahlte Aufwand ist also relativ hoch. Am Ende muss man eine Checkliste Punkt für Punkt abarbeiten. Gesponserte Posts werden vorbildlich als Anzeige gekennzeichnet, sind also auch für den Leser sauber vom redaktionellen Teil getrennt. Außerdem bietet Blogfoster Insights für Blogger einen guten Richtwert, was ein Beitrag auf dem eigenen Blog gemessen an der Reichweite realistisch wert ist. Alleine dafür lohnt sich die Anmeldung, auch wenn die vielen Absagen auf Bewerbungen bei Blogfoster sehr frustrierend sein können.
www.blogfoster.com

2. T5 Content

Bei T5 gibt es überwiegend regionale Kampagnen und auch hier ist die Blogger-Konkurrenz groß. Deshalb sind Absagen viel wahrscheinlicher als Zusagen. Das Preisniveau ist im Vergleich zu Blogfoster deutlich niedriger, am Ende aber auch Verhandlungssache.
www.t5content.de

3. Blogmission

Blogmission (auch: Blogatus) hat sich aus dem Linkvermarkter Rankseller entwickelt und ist also eine Plattform für den Verkauf für Links. Was laut Google Richtlinien klar verboten ist, findet auf Blogatus immer noch statt: für wenige Euros können auf Blogs Artikel und Links gekauft werden. Mehr als 100 Euro ist pro Artikel ist bei Blogatus selten drin, das Risiko für offensichtlich bezahlte Links aus dem Google Index zu fliegen aber nach wie vor hoch. Hinter Blogatus steckt der Native Advertiser Seeding Alliance, der wiederum zu einem der größten deutschen Vermarkter Ströer gehört. Wir würden eher abraten, zumal die Qualität der angebotenen Links inhaltlich häufig grenzwertig ist.
www.blogmission.com

4. Ranksider

Auf Ranksider tummeln sich kleinere Anbieter, die Links auf ihre Seite kaufen wollen, um auf diese Weise Google zu manipulieren. Das Themensprektrum reicht von Zauberern oder Hellsehern bis hin zu Inkontinenz. Diese laut Google Richtlinien verbotene Praxis ist nicht tot zu kriegen und wird darüber hinaus auch noch miserabel bezahlt. Werbetreibende, die einen Blogtext mit Dofollow-Link für 20 Euro kaufen zu wollen, sind keine Seltenheit auf Ranksider. Dafür lohnt sich nicht mal die Zeit für die Recherche in der Ranksider-Datenbank, noch für denjenigen, der hier Werbung schaltet. Dieses Geschäftsmodell ist unseriös.
www.ranksider.de

5. Trusted Blogs

„Trusted Blogs“ verzichtet vollständig auf die Erhebung von Reichweiten und Nutzerzahlen und bekommt nach eigenen Aussagen trotzdem an Kampagnen großer Marken im vierstelligen Bereich für Hobbyblogs mit einer Reichweite von unter 5000 Lesern. 4794 Blogs sind derzeit bei Trusted Blogs angemeldet und 134 Kampagnen wurden nach Angaben des Vermarkters bisher durchgeführt. Dass dabei die meisten Blogs leer ausgehen müssen, kann man sich an einer Hand abzählen. Was genau an diesem Angebot „Trusted“ ist, lässt der Anbieter offen. 
www.trusted-blogs.com

6. JKS Media

JKS ist auf Produktests spezialisert und wir haben unsere Seite vor zwei Jahren angemeldet. Eine Kampagne ist die magere Ausbeute mit einem der größten deutschen Blogs mit über 300.000 Lesern im Monat. Auch hier kommen offenbar nur wenige Kampagnen bei den Bloggern an. 
www.jks-media.de

7. Steady

Einen völlig anderen Ansatz als die Blogvermarkter verfolgt Steady. Über die Plattform können Blogger und Magazine zahlende Abonnenten gewinnen. Die gesamte Abo-Abwicklung übernimmt dabei Steady, der Blogger muss nur seine Leser mit guten Argumenten davon überzeugen, dass sie ihn finanziell unterstützen. Wer keine Werbung auf seiner Seite haben möchte, oder seinen Lesern die Seite bei Bezahlung auch werbefrei anbeiten möchte, bekommt mit Steady ein sehr gutes Tool an die Hand. Politische Blogs wie Übermedien oder Krautreporter finanzieren sich bereits zum großen Teil über Steady, allerdings haben Blogs „für den guten Zweck“ hier klar bessere Karten, als Blogs, die nur der Unterhaltung dienen. Dort fehlt für viele Leser einfach der Grund für die finanzielle Unterstützung. Steady ist vor allem für Blogs geeignet, die über eine sehr treue Leserschaft verfügen, die gerne ein paar Euro pro Monat für einen Blog zahlen.
www.steadyhq.com

Du hast einen Blogvermarkter gefunden, der nicht hier gelistet ist? Bitte schreib uns deine Erfahrungen, wir werden die Liste nach und nach ergänzen.

FAZIT

Wer über einen Vermarkter seinen Blog vermarkten möchte, muss sich extrem viel Konkurrenz stellen. Viele Vermarkter sammeln zunächst eine Masse von Blogs, um an die großen Marken ranzukommen und verdienen dann an jeder Kampagne bis zu 50 Prozent mit.

Welcher Blog bei diesen Kampagnen dabei ist, darauf hat man keinen Einfluss und unseren Erfahrungen nach sind diese Kampagnen nicht dazu geeignet, einen Blog – egal welcher Größe – zu refinanzieren. Gewinner sind immer nur die Vermarkter. Hier unterscheidet sich die Blogvermarktung kaum von der Bannerwerbung.

Sinnvoller ist es in vielen Fällen, sich eigenen Kundenstamm auszubauen. Je nachdem in welchem Marktumfeld man unterwegs ist, sollte man sich bei den großen Anbietern und Marken im jeweiligen Bereich sichtbar machen und sich als wichtigster Influencer in diesem Bereich empfehlen. Dazu ist Reichweite zwar nicht das allerwichtigste, aber ein wichtiges Kriterium. Wer ohne nennenswerte Reichweite seinen Blog vermarkten möchte, wird auch bei diesen Vermarktern nicht viel verdienen können (abhängig von der Branche, aber auch dem Talent zur Selbstvermarktung).  Aber auch redaktionelle Qualität, Kompetenz und Glaubwürdigkeit werden von Marken durchaus geschätzt. Nischenblogs haben dabei deutlich bessere Chancen als Blogs, die einfach nur ein Tagebuch schreiben, aber kein spezielles Thema haben. 

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