Warum ich kein SEO Linkbuilding anbiete

Viele SEO-Agenturen preisen Linkbuilding als die wichtigste Disziplin in der Suchmaschinenoptimierung an. Das hat viele Gründe, ist aber durch nichts belegt.

Udo Raaf
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Als ich 1999 den laut Wikipedia ersten MP3 Blog der Welt gründete, ging Google gerade an den Start und revolutionierte den Markt der Suchmaschinen mit einem ganz einfachen Prinzip: Google machte Links zum wesentlichen Rankingfaktor. 

Die geniale Idee der beiden Studenten Sergey Brin und Larry Page speiste sich aus der Welt der Wissenschaft. Je häufiger eine Publikation zitiert wird, desto relevanter wird sie. Und je häufiger eine Website verlinkt wird, desto relevanter scheint sie für Nutzer zu sein. Dieses “Pagerank”-Patent, sowie die schnellen Server und das radikal nutzerfreundliche Layout machte Google innerhalb kürzester Zeit zur Suchmaschine Nummer 1 und machte die bis dahin dominierenden Suchmaschinen bedeutungslos.

Was zunächst sehr gut funktionierte, öffnete schnell Tür und Tor für Manipulationen. Unzählige SEO-Agenturen verlagerten sich aufs systematische Austricksen des Algorithmus, indem massenhaft Fake Links generiert wurden und die Suchergebnisse vor allem von den Seiten dominiert wurden, die das meiste Budget für Manipulationen ausgaben. 

Zwar bekam ich in der Zeit für meinen Blog Tonspion viele sehr relevante Links von großen Websites wie Spiegel, Chip oder Computerbild, die unser Angebot ihren Lesern als beste Quelle für legale MP3 Downloads empfahlen, doch über 10 Jahre lang wurden wir in den Suchergebnissen hinter fragwürdigen illegalen MP3-Servern und offensichtlichen Spamseiten gelistet. Mein Vertrauen in die Google Suche schwand mehr und mehr.

Wie Google Linkbuilding abstraft

Bis Google 2012 mit seinem Penguin Update diesem absurden Webspam ein Ende bereitete und Seiten, die nur mit Hilfe von Manipulationen in der Google Suche auftauchte kurzerhand aus dem Index warf. Seiten mit offensichtlich gekauften Links, für Nutzern irrelevanten Links oder Linktausch wurden massiv abgewertet und in der Folge mussten viele SEO-Agenturen ihren Betrieb einstellen, da ihr fragwürdiges Geschäftsmodell abhanden gekommen ist. Aus dieser Zeit stammt noch der schlechte Ruf von SEO, das viele noch heute mit Tricksereien verbinden. 

Obwohl wir bald 10-jähriges Jubiläum von Penguin feiern, werden heute noch Linkbuilding Dienste angeboten, als hätte es den Webspam Update nie gegeben. Selbst Googles John Mueller reagiert auf die nicht enden wollenden Nachfragen zu Backlinks inzwischen dezent genervt und sagte mehrfach, dass Links maßlos überschätzt seien.

Quelle: Twitter

Warum ist Linkbuilding trotzdem nicht totzukriegen?

Zum einen ist es sehr aufwendig relevante Links aufzubauen, es braucht also spezialisierte Agenturen, die das übernehmen und es scheint eine einfache, berechenbare Lösung zu sein, die eigenen Rankings zu pushen. Linkbuilding ist reine Fleißarbeit, man kann also als Agentur sehr viele Stunden dafür abrechnen und die Aufgabe kostengünstig an Studierende delegieren. Deshalb möchten Agenturen nicht darauf verzichten, schließlich müssen die Mitarbeiter beschäftigt und bezahlt werden.

Manche Agenturen wissen es schlicht nicht besser und machen eben das, was sie immer gemacht haben und haben vielleicht auch irgendwann aufgegeben zu hinterfragen, ob das überhaupt sinnvoll ist. 

Für mich waren die Google Webspam Updates der Grund, mich überhaupt erstmals ernsthaft mit Google zu beschäftigen und SEO nicht nur als Bedrohung für mein eigenes Geschäft wahrzunehmen, sondern als Chance für mehr Reichweite und Umsatz für mein werbefinanziertes Angebot. Endlich belohnte Google gute Inhalte und nicht nur schäbige Tricksereien. 

Was man für gute Rankings wirklich braucht

Trotzdem wiederholen viele SEOs unentwegt, dass man ohne Links nicht ranken könne. Diese Behauptung wird meistens durch nichts belegt, außer durch “Erfahrung”.
Natürlich sollte man als Publisher seine Angebote bewerben und diese in der Zielgruppe bekannt machen und natürlich findet sie sonst keiner. Viel mehr braucht man aber nicht zu machen, denn wenn die Inhalte wirklich gut sind, kommen die Links ganz von selbst.

Man braucht also im Grunde nur zwei Dinge für gute Rankings: eine inhaltlich starke Website mit möglichst exklusiven Informationen und die Fähigkeit, auf allen relevanten Kanälen PR in eigener Sache zu betreiben. Und natürlich sollten die wichtigsten Inhalte auch auf der eigenen Website gut verlinkt werden. Dann können Sie auf Linkspam getrost verzichten. 

Einige meiner Kunden bekommen Tausende Links auf einzelne Artikel, weil sie wichtige, relevante Informationsquellen für einen bestimmten Themenbereich sind mit einem sehr hohen Bekanntheitsgrad. Aber sie ranken trotzdem nicht automatisch mit jedem Artikel, weil diese inhaltlich vielleicht noch nicht optimiert sind. Viele Seiten unbekannterer Publisher und Blogs bekommen hingegen keinen einzigen Link und ranken trotzdem in den Top 10 bei Google. Zu behaupten man können ohne Links nicht ranken ist schlicht falsch und durch rein gar nichts belegt.

Gekaufte Links sind wertlos

Beispiel: Aktuell belege ich Position 3 bei Google für das umkämpfte Money-Keyword SEO Webinar. Einen Link habe ich für die Seite bisher nicht bekommen, warum auch, es handelt sich schließlich um eine Verkaufsseite und keine informative Seite.


Natürlich könnte man jetzt fragen: würde ich mit ein paar Links nicht sogar auf Position 1 ranken? Wohl kaum! Mit dem OMT liegt eine bekannte SEO-Konferenz vor mir und bekommt aber auch keinen einzigen organischen Link auf seine SEO-Webinar-Seite. Na und?

Linkbuilding ist ein auslaufendes Geschäftsmodell und es lohnt sich in den seltensten Fällen, sich eingehend damit zu beschäftigen. Investieren Sie Ihre Zeit und Ihr Budget lieber in erstklassige Inhalte, eine gute Keyword-Recherche und Content Marketing. Nur dann bekommen Sie echte Links und werden auch gefunden.

Gekaufte Links sind völlig wertlos und ein Link den niemand klickt, bringt auch nichts. Selbst wenn Google auch heute noch gelegentlich auf künstliche Links hereinfällt: der Algorithmus wird jedes Jahr besser und jeder Versuch ihn künstlich zu manipulieren wird immer weniger Erfolg bringen.

Und das ist auch gut so! Denn dadurch, dass Google inhaltliche Qualität inzwischen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auch ohne Backlinks bewerten kann, werden die Suchergebnisse besser und letztlich auch demokratischer. Nicht derjenige mit den meisten Links steht vorne, sondern der mit dem besten Suchergebnis. 

Ich helfe Ihnen gerne dabei, das bestmögliche Suchergebnis zu werden, aber nicht mit Hilfe von überholten und teuren Linkbuilding-Methoden.

Veröffentlicht in SEO