Zero-Click-Suche 2024: Nur jede Dritte Suche mit Klick ins Web

Foto von Myriam Jessier auf Unsplash

Eine aktuelle Studie der Unternehmen Datos und SparkToro hat das Verhalten von Google-Nutzern in den USA und der Europäischen Union im Jahr 2024 analysiert und herausgefunden, dass nur noch jede dritte Suche zu Klicks auf Websites führt.

Laut der Studie enden in den USA knapp 60% der mobilen und Desktop-Suchen ohne einen Klick auf ein Suchergebnis. Dies bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Suchanfragen entweder ohne weitere Aktion abgeschlossen wird oder der Nutzer seine Suchanfrage ändert.

Besonders besorgniserregend ist, dass fast 30% aller Klicks auf Plattformen gehen, die Google selbst gehören, wie YouTube, Google Maps oder Google Flights. Für jede 1.000 Suchen gelangen in den USA nur noch 360 Klicks auf nicht von Google betriebene oder bezahlte Seiten. Das sind zwar immer noch erhebliche Summen und Reichweiten, aber Google behält, ganz ähnlich wie Social Media Netzwerke, immer mehr Nutzer auf der eigenen Plattform und nutzt dafür Informationen von Websites, die dann leer ausgehen. Das ist ein Problem.

In der Europäischen Union liegt der Anteil der Zero-Click-Suchen leicht höher als in den USA, jedoch ist auch der Anteil der Klicks ins offene Web etwas höher. Für jede 1.000 Google-Suchen in der EU gehen 374 Klicks ins offene Web. Dies deutet darauf hin, dass die EU-Vorschriften zur Einschränkung von Googles Marktmacht zumindest leichte Wirkung zeigen. Allerdings ist der Unterschied letztlich marginal.

Wichtige Erkenntnisse und Unterschiede zwischen den Regionen

Die Studie zeigt, dass das Suchverhalten in beiden Regionen viele Gemeinsamkeiten aufweist, jedoch auch einige Unterschiede deutlich werden:

  1. Bezahlte Anzeigen und Google-Plattformen: EU-Nutzer klicken fast doppelt so häufig auf bezahlte Google-Anzeigen als US-Nutzer. Allerdings liegen die Klicks auf Anzeigen nur bei rund 1 Prozent, was die Bedeutung von SEO trotz dieser Entwicklung unterstreicht. Gleichzeitig sind US-Nutzer eher geneigt, auf Google-eigene Plattformen zu klicken.
  2. Mobile vs. Desktop: Fast die Hälfte der mobilen Suchanfragen endet ohne weitere Interaktion, während dies bei Desktop-Suchen nur halb so häufig der Fall ist. Auf Mobilgeräten suchen viele Nutzer einfach nur ein schnelles Ergebnis und nicht lange im Netz suchen.
  3. Regulatorische Unterschiede: Die EU-Vorschriften scheinen Googles Eigenbevorzugung etwas zu begrenzen, während in den USA ein stärkerer Trend zur Nutzung von Google-eigenen Plattformen erkennbar ist.

Auswirkungen auf den Web Traffic

Die Studie zeigt, dass Google immer weniger Verkehr ins www leitet. Trotz eines kurzzeitigen Anstiegs im Sommer 2023 ist der allgemeine Trend rückläufig. Dies bedeutet, dass immer weniger Nutzer nach einer Google-Suche auf Webseiten außerhalb des Google-Ökosystems gelangen.

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Fazit: Ein beunruhigender Trend für Betreiber von Websites

Die Analyse verdeutlicht, dass Google seine Vormachtstellung in der Suche mit über 90 Prozent Marktanteil dazu nutzt, um die eigenen Produkte zu bevorzugen und damit wettbewerbswidrig zu agieren. Die Informationen, die von Webseiten für sehr viel Geld produziert und im Web veröffentlicht werden, werden von Google kostenfrei dazu genutzt, um die Nutzer auf der eigenen Plattform zu halten.

Die Unterschiede zwischen den USA und der EU deuten darauf hin, dass die EU-Vorschriften zumindest teilweise Wirkung zeigen, doch es bleibt eine Herausforderung, Google effektiver zu regulieren und sicherzustellen, dass Google weiterhin ins Web verweist. Google ist derzeit nicht mehr in erster Linie eine Web-Suchmaschine, sondern eine Content-Plattform, die sich am Content Dritter bedient. Allerdings ohne die Milliarden Autoren angemessen zu bezahlen.

Die Studie bietet wichtige Einblicke für deutsche Unternehmen und Website-Betreiber, die ihre Online-Strategien entsprechend anpassen müssen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Suchlandschaft in Zukunft weiterentwickeln wird und welche Maßnahmen erforderlich sind, um ein ausgewogenes und wettbewerbsfähiges Online-Ökosystem zu gewährleisten. Denn am Ende lebt Google auch nur vom Web und kann kein Interesse daran haben, dass andere Suchmaschinen die Marktanteile abgreifen. Die Suche ist weiterhin das zentrale Geschäftsmodell von Google und die Studie zeigt, dass Google genau dieses Geschäftsmodell massiv gefährdet. Ohne Web hätten weder Google noch ChatGPT und Co. irgendwelche Inhalte. Die unzähligen Produzenten von Web-Content müssen effektiv geschützt werden.

Die gesamte Studie kann bei Sparktoro nachgelesen werden.


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