Keyword-Recherche: Finden, was andere suchen

Wer zu einem bestimmten Produkt sichtbar werden möchte, kommt an einer professionellen Keyword-Recherche nicht vorbei. Denn nur selten führt der Weg direkt zum Ziel. 

Keyword: Handtasche
Keyword: Handtasche

Bei der Keyword-Recherche versucht man dem Nutzer zwei Schritte voraus zu sein und zu wissen, mit welchen Suchbegriffen dieser nach Dienstleistungen oder Produkten sucht. Dazu muss man sich zunächst klar machen, wen man ansprechen möchte und was genau die Intention dieser Zielgruppe sein könnte. 

  1. Suchintention

Grundsätzlich unterscheidet man folgende Suchmuster:

  1. Informations-Keywords (Beispiel: “schuhe leder schwarz ”)  – ca. 80% aller Suchanfragen

Der Nutzer hat bereits konkrete Vorstellungen und möchte sich informieren, was es zu diesem Thema gibt. 

Status: Der Nutzer braucht jemanden, der ihm die beste Lösung für sein Anliegen bietet, möchte aber noch nichts kaufen. Vertrauen schaffen ist das oberste Gebot.

2. Transaktions-Keywords: (Beispiel: “iphone 7 kaufen preis”) – ca. 10% aller Suchanfragen

Der Nutzer hat eine ganz konkrete Kaufabsicht und sucht nun nach dem besten Angebot.

Status: Der Nutzer ist kaufbereit uns sucht das beste, vertrauenserweckendste Angebot. 

3. Navigations-Keywords (Bsp: handtasche amazon) – ca. 10% aller Suchanfragen

Der Nutzer sucht etwas ganz bestimmtes. Jemanden dem er vertraut und der ihn bei der Navigation zu einem Thema unterstützt.

Status: Der Nutzer hat ein bestimmtes Ziel

Für jede dieser völlig unterschiedlichen Suchintentionen sollte eine eigenständige Seite erstellt werden, um die Erwartungen der Nutzer nicht zu enttäuschen. Wer sich nur allgemein informieren möchte, möchte nicht in Verkäufersprache zugetextet werden. Und wer konkret kaufen möchte und das beste Angebot sucht, möchte nicht mit langatmigen Artikeln konfrontiert werden.

„Wer Inhalte fürs Web erstellt, sollte sich darüber klar sein, welches Ziel der Inhalt hat und  dann so formulieren, dass Suchintention und Suchergebnis im Einklang stehen.“ 

2. Longtail vs. Shorthead

Nachdem wir überlegt haben, für welche Art von Suchanfrage der Inhalt erstellt werden soll, müssen wir uns um die genaue Ausgestaltung des Keywords Gedanken machen. 

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Keywords: Shorthead und Longtail. 

  1. Shorthead: Shorthead Keywords sind sehr allgemeine, eher kurze Suchbegriffe, die häufig gesucht werden, zu denen es aber eine Vielzahl von Wettbewerbern gibt. Meistens scheitern Versuche auf Shorthead Keywords zu optimieren, wenn man nicht zunächst auf Longtail fokussiert. 
  2. Longtail: Longtail Keywords sind Keyword-Kombinationen, die nicht ganz so häufig gesucht werden, bei denen die Chancen für gute Rankings aber deutlich besser stehen. In vielen Bereichen ist es viel sinnvoller auf Longtail-Keywords zu optimieren als auf naheliegende Shorthead-Keywords. 

Beispiel:

In unserem Musikmagazin Tonspion.de sind die Künstlernamen die wichtigsten Shorthead-Keywords. Also z.B. „Madonna“. Der Wettbewerb um den Suchbegriff „Madonna“ ist riesig und es geht dabei nicht nur um die Pop-Sängerin, die realistischen Chancen auf Position 1 sind also extrem gering. 

Unsere Lösung: Wir haben das unerreichbare Shorthead-Keyword ausgeweitet auf Begriffe wie „Madonna Download“ oder „Madonna Stream“ und siehe da: wir ranken seit Jahren konstant auf Position 1 für viele dieser Longtail-Keyword-Kombinationen. Da wir zehntausende Künstler im Angebot haben, sind das inzwischen eine ganze Menge Top-Positionen, die uns konstanten Traffic auf die Seite bringen.

Einer der größten Fehler bei der Definition von Keywords ist, dass nur auf die großen Shorthead Keywords optimiert wird, für die es aber gar keine realistischen Ranking-Chancen gibt. Bescheidenheit ist hier also nicht nur eine Zier, sondern eine gute Strategie für mehr Sichtbarkeit im Netz.

3. Keyword-Recherche Tools

Diese Tools helfen bei der Keyword-Recherche. Wichtig sind nicht nur Listen mit Keywords, sondern wie gut die Keywords inhaltlich zu Ihrem Angebot passen. 

  1. Google

Wer wüsste wohl besser mit Suchanfragen umzugehen als Google selbst. Deshalb ist der erste Schritt für eine Keyword Recherche immer Google selbst. Google gibt folgende wichtige Auskünfte: 

– Welche Seiten ranken für mein Thema bereits ganz vorne?
– Warum ranken diese Seiten vorne? Schauen Sie sich die Inhalte sehr genau an und machen Sie es besser.
– Achten Sie besonders auf Textlängen, Begrifflichkeiten, Aufbereitung der Inhalte (Text, Bild, Video, Tabellen, Listen) und suchen Sie nach Elementen und Fakten, die im betreffenden Beitrag fehlen.

2. Google Suggest

Ganz am Ende jeder Suchseite listet Google einige „ähnliche“ Suchanfragen, die meisten davon im Longtail angesiedelt. Sind diese Keywords für Ihr Thema passend? Dann bedienen sie sich und arbeiten sie diese in ihre Beiträge ein. Aber Vorsicht: keine sinnlosen Auflistungen von Keywords verwenden, schreiben Sie nur für Ihre Zielgruppe.

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Abb. Google zeigt verwandte Keywords am Ende jeder Seite

3. Google Keyword Planner

Wer noch mehr Keywords braucht, um gesamte Themenkomplexe abzudecken, kann sich schließlich ein AdWords-Konto bei Google anlegen und den dort integrierten Keyword Planner kostenlos nutzen. Auf Basis einiger Keywords spuckt Google hier eine lange Liste mit ähnlichen Keywords aus.

Natürlich sollte man diese Listen nicht einfach so 1:1 übernehmen und dann langweiligen Content daraus generieren, sondern überlegen, zu welchem Keyword man wirklich sinnvollen Content beitragen kann. Denn eins ist völlig klar: niemand braucht heute noch irrelevante Inhalte. Das Netz ist voll von Informationen zu fast jedem erdenklichen Thema. Jeder Inhalt, der bei Google gefunden werden will, muss also erstklassig und nützlich sein, um eine realistische Chance auf gute Positionen in den Suchergebnissen zu haben. Im Zweifelsfall holen Sie sich Unterstützung von kompetenten Autoren.

4. SEO-Tools

Wer noch mehr Input braucht, kann mit speziellen SEO-Tools weiter recherchieren, die einem viel Arbeit abnehmen, aber eine monatliche Abogebühr kosten. Das Problem aller SEO-Tools: man erhält eine ganze Menge Daten, doch wenn man keine Erfahrung mitbringt, weiß man nicht, was man mit diesen ganzen Daten machen soll und welche Schlüsse man daraus ziehen kann.

Deshalb helfen wir als Agentur unseren Kunden dabei, diese Daten übersichtlich aufbereitet bereit zu stellen und in ganz konkrete To-Do-Listen zu übersetzen.

5. WDF*IDF Analyse

Bei umkämpften Suchbegriffen, reichen reine Keyword-Recherchen oft nicht aus. WDF*IDF ist eine mathematische Formel zur Termgewichtung auf Webseiten. Wer sich darüber genau informieren möchte, findet zahlreiche Artikel dazu im Netz. Grob gesagt kann man mit Hilfe von WDF*IDF Begrifflichkeiten finden, die in ihrem Artikel zu finden sein sollten, um die Chancen auf bessere Rankings zu erhöhen. Denn Google kann längst mehr als Keywords, sondern beherrscht die semantische Suche. Auch dafür gibt es Tools, die wir Ihnen anbieten können und die sich vor allem für Inhalte anbieten, bei denen der Wettbewerb extrem stark ist und jedes Detail sich auswirken könnte.

Aber: Warum für Inhalte ranken, wenn die Produktseiten gefunden werden sollen?

Spätestens jetzt kommen die Einwände des Vertriebs, warum man bitte Geld dafür ausgeben sollte, nur um irgendwelche Inhalte fürs Web zu erstellen, wenn diese nicht mal dem reinen Verkauf dienen, also gar nicht direkt konvertieren.

Die Antwort ist denkbar einfach: Seiten die nur etwas verkaufen wollen, haben ohne guten, informativen Inhalt – genauso wie auf Facebook – so gut wie keine Chance auf organische (unbezahlte) Sichtbarkeit bei Google. Google bietet für kommerzielle Seiten die Möglichkeit, Adwords zu kaufen.  Was hingegen gute Chancen auf organische, kostenlose Platzierungen hat, sind hilfreiche Artikel, FAQ, Anleitungen, besonders unterhaltsame oder informative Beiträge. Darüber sind gute Positionen auf Google eine langfristige Investition.

Ohne interessante Inhalte keine organischen Suchergebnisse.

Informative Inhalte werden im Gegensatz zu rein kommerziellen Produktseiten gerne verlinkt und geteilt. Wenn Sie es schaffen, mit diesen Inhalten auf guten Positionen zu ranken, dann – und nur dann – können Sie auch ihre Shopseiten entsprechend durch einen internen Link bzw. Call-to-action sichtbarer machen und mehr Umsatz generieren. 

Gute Inhalte konvertieren zwar nicht direkt, aber dafür sehr wohl indirekt und das für lange Zeit. Bei Google gibt es nur eine Top-Position, aber Millionen Wettbewerber. Man muss also schon ein bisschen mehr Zeit und Geld investieren, wenn man zu wichtigen Suchbegriffen irgendwann dauerhaft vorn aufgefunden werden möchte. Und Sie sollten so bald wie möglich damit starten, um den Anschluss an den Wettbewerb nicht zu verlieren. Denn der optimiert schon längst.

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Udo Raaf ist Inhaber von ContentConsultants und arbeitet seit 1999 im Online Marketing.

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