SEO oder Social Media: Was ist wichtiger?

Im Online Marketing hat sich inzwischen durchgesetzt, dass man viel Geld und Zeit in Social Media investiert. Dafür bleiben andere wichtige Disziplinen wie die Suchmaschinenoptimierung von Webseiten in Deutschland derzeit häufig auf der Strecke. Warum Sie jetzt handeln sollten.

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Rund 28 Millionen Deutsche nutzen Facebook. Und 95 Prozent aller deutschen Online-Nutzer vertrauen Google als Suchmaschine, um Inhalte zu finden. Wenn wir von Social Media sprechen, meinen wir also in den meisten Fällen Facebook. Bei Suchmaschinenoptimierung geht’s in der Regel um Google. Und zwischen den beiden Internetgiganten herrscht ein Tauziehen um die Vorherrschaft im Netz und auf mobilen Endgeräten.

Facebook oder Google: Welche Plattform ist für Unternehmen wichtiger?

Das kommt ganz darauf an, für welchen Zweck man sie nutzt. Während Facebook mit seinem Newsstream kurzfristige Aufmerksamkeit bestimmter Zielgruppen sichern kann, sorgt Google mit seiner populären Suchmaschine für langfristige Ergebnisse und stetig neue Kunden, die online Produkte oder Dienstleistungen suchen. Beides ist enorm wichtig und es ist ziemlich sinnlos, die beiden Plattformen gegeneinander ausspielen zu wollen. Genau das passiert aber derzeit in vielen Marketing-Abteilungen. 

Viel sinnvoller ist es, sich in den Nutzer hineinzuversetzen und sich die Nutzung der verschiedenen Tools genauer anzusehen: User suchen bei Google mit ganz bestimmten Begriffen bestimmte Dinge, sind also im aktiven Suchmodus. Und sie möchten die beste Antwort auf ihre Frage finden. Wer diese geben kann, steigert seine Chancen über Google die Zielgruppen zu erreichen massiv.

Bei Facebook chatten Nutzer gerne mit ihren Freunden oder lassen sich vom unendlichen Newsstream berieseln, lesen aber sehr oberflächlich. Sie sind also eher passiv und weniger aufmerksam, aber „heiße“ Themen können sich dort in Windeseile verbreiten.

Das sind grundverschiedene Nutzungsarten und Erwartungshaltungen. Und erklärt, warum bei Facebook fast nur Katzenbilder, lustige Sprüche oder aktuelle Aufreger eine nennenswerte Sichtbarkeit erhalten. Dann aber einen regelrechten Hype auslösen können. Sind das die Themen, mit denen Sie für Ihr Unternehmen punkten können? Wenn nicht, sind sie mit SEO vielleicht besser beraten, sollten Social Media aber keineswegs ausblenden, sondern als Kommunikationstool smart einsetzen. Und die „Fans“ ihrer Marke nicht mit Verkäufersprech belästigen.

SEO und SMM sind zwei unterschiedliche Disziplinen, die man beide beherrschen muss

Was ich heute auf Facebook poste, ist morgen schon wieder verschwunden. Selbst wenn man sehr viele Likes und Fans generiert hat, bleibt Facebook ein sehr schnelllebiges und sehr zeitaufwendiges Tool und zeigt den Fans zudem nur einen winzigen Bruchteil der geposteten Inhalte.

Für Google muss man weder extra Beiträge schreiben, noch zwingt es einen, Werbung zu schalten, um überhaupt eine relevante Sichtbarkeit zu erhalten. Die Ausschläge sind zwar weniger extrem wie bei Facebook, dafür bringt Google langfristig kontinuierlich Traffic.

Dafür muss man allerdings wissen, wie man sich für wichtige Suchbegriffe auf der ersten Suchergebnisseite platziert – und sich dafür zwingend kompetente Unterstützung holen. Google kann man bis zu einem gewissen Punkt auch selbst kontrollieren und das sollte man als Unternehmen auch tun. Denn sonst zieht der Wettbewerb zwangsläufig an Ihnen vorbei.

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„Jedes Unternehmen braucht heute SEO-Kompetenzen, egal ob im Haus oder extern. Wer dieses wichtige Feld einfach ausblendet, ist noch nicht im Online-Zeitalter angekommen. Und wird im Netz bedeutungslos.“

 

 

Facebook ist schneller, Google ist nachhaltiger

Der Kern des Content Marketing ist der Aufbau eigener Plattformen, die langfristig Kunden und Conversions generieren können, ohne dass man Inhalte auf externe Plattformen produzieren muss. Deshalb bringt Google für viele gut optimierte Seiten weiterhin ein vielfaches an positiven und vor allem nachhaltigen Effekten als Facebook für die meisten Unternehmen. Auch wenn das mitunter lange dauert und man kontinuierlich am Ball bleiben muss. Langfristig zahlt sich dieses Investment mit Sicherheit aus.

Bei den meisten Websites scheitert es allerdings ganz schlicht an Basis-Wissen, wie man seine Seite effektiv für Google optimieren kann. Man überlässt das Thema SEO einfach der Technik, obwohl diese die Inhalte und Ziele der Seite gar nicht kennt und die unter SEO möglicherweise etwas völlig anderes versteht. Das ist einer der häufigsten und folgenschwersten Fehler, die wir im Alltag auf deutschsprachigen Webseiten feststellen: es kümmert sich keiner um das elementarste Thema im Online Marketing.

Social Media ergibt ohne kontinuierliches SEO genauso wenig Sinn, wie umgekehrt. 

Suchmaschinenoptimierung ist nur im ersten Schritt eine technische Aufgabe. Vor allem ist es aber eine Marketing-Disziplin, die auf gute Inhalten aufbaut. Selbst wenn eine Seite technisch gut optimiert ist, heißt das nicht, dass man zu den richtigen Themen tatsächlich gefunden wird. Daran muss man täglich arbeiten. Genauso wie es bei Social Media nicht genügt, nur eine Seite zu erstellen. Man muss sie auch täglich befüllen mit Inhalten, für die sich die Zielgruppen wirklich interessieren.

Deshalb ist SEO nicht nur eine technische Aufgabe, sondern auch eine redaktionelle Aufgabe. Im Zentrum jeder Online Marketing-Kampagne stehen zunächst die eigenen Seiten, die man so gut wie möglich bei Google platzieren sollte, indem man sein Thema für Google adäquat aufbereitet. Erst dann kommt Social Media ins Spiel, man teilt seinen eigenen Beitrag auf Facebook, Twitter oder Pinterest und holt die Nutzer von dort aufs eigene Angebot. Denn da spielt die Musik!

Wer heute denkt, er könne auf eine eigene Homepage verzichten, weil er bereits ein erfolgreiches Facebook-Profil mit vielen Tausenden „Fans“ hat, denkt aus Unternehmenssicht viel zu kurzfristig.

Was wir von MySpace lernen können

Im Musikgeschäft war MySpace einmal die wichtigste Plattform, auf der man als Band unbedingt vertreten sein musste. Viele Bands und Labels hatten ihre Homepages abgeschafft, ihre Aktivitäten komplett auf MySpace verlagert und für den Anbieter mächtig die Werbetrommel gerührt. Als Facebook MySpace innerhalb kürzester Zeit in die Bedeutungslosigkeit verbannte, mussten alle Bands bei Facebook ein neues Profil und Fankreis aufbauen. Niemand garantiert, dass Facebook eines Tages nicht das gleiche Schicksal ereilt und alle mühsam (und teuer) gewonnenen Fans auf einen Schlag völlig wertlos werden, weil ein anderes Startup Social Media neu definiert.

Auch wer bei Google gefunden wird, generiert neue „Fans“

Social Media kann jeder Online-Redakteur oder Mitarbeiter betreuen, wenn man sich über seine grundsätzlichen Strategie klar ist. Nur Facebook voll zu schreiben und fragwürdige Klicks zu provozieren wird auf Dauer aber niemandem etwas bringen und es ist auch extrem mühsam zwischen den ganzen Katzenbildchen und Shitstorms heute noch eine seriöse Botschaft sichtbar zu platzieren.

Wer hingegen bei Google gefunden wird kann sich fast sicher sein, dass der Nutzer genau danach gesucht hat und hat so die Möglichkeit, einen neuen „Fan“ ganz ohne Facebook zu bekommen, wenn die gebotenen Inhalte halten, was sie versprechen. Und wer bei Google gut rankt, der tut das in der Regel auch nachhaltig, sofern er am Ball bleibt und seine Mitbewerber im Blick hat. Die Frage lautet also nicht „Facebook oder Google?“, sondern wie man alle Plattformen sinnvoll in eine nachhaltige Content Strategie einbinden kann.

Wenn Sie wissen wollen, wie ihre Website jenseits von Facebook Zahlen performt und wo genau sie im Vergleich zum Wettbewerb stehen, fragen Sie nach einer Erstberatung.

Udo Raaf ist Gründer des Musikmagazins Tonspion und Geschäftsführer von ContentConsultants und berät seit 2008 Firmen zum Thema Content Marketing und SEO.

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