Eine Studie der englischen Performance Agentur Journey Further zeigt dramatische Auswirkungen der Google AI Overviews auf Klickraten für Webseiten.
Die Daten zeigen einen Rückgang der Klickrate für informationsgetriebene Suchanfragen (ohne Marke) um fast 50 Prozent! Es gibt also künftig weniger Reichweite über SEO als bisher, allerdings heißt das nicht, dass SEO nicht mehr funktioniert, sondern dass es sich verändert und die paradiesischen Zeiten vorbei sind, in denen man mit wenig Aufwand viel erreichen konnte.
Für die Studie wurden 16 Monate GSC-Daten (1,2 Milliarden Impressionen, 47 Millionen Klicks) aus einem breit aufgestellten, internationalen Website-Portfolio ausgewertet. Der Fokus lag auf den Auswirkungen von Googles AI Overviews auf organischen Traffic und Click-Through-Rates (CTR).
Die Analyse deckt Domains aus mehreren Branchen ab und berücksichtigt insbesondere den gestaffelten Rollout der AI Overviews:
- Mai 2024: Einführung (EN-Märkte)
- Oktober 2024: Ausweitung auf USA
- März 2025: EU-Rollout
- Juni 2025: Globale Expansion
Daraus ergibt sich eine robuste Datengrundlage zur Bewertung marktübergreifender Effekte in den USA, Europa und weiteren englischsprachigen Märkten.
INSERT_STEADY_NEWSLETTER_SIGNUP_HERE
Klassifikation und Methodik
Die Analyse segmentiert nicht-markenbezogene Suchanfragen entlang folgender Dimensionen:
- Suchintention (informationell vs. transaktional)
- Query-Länge (1 bis 10+ Wörter)
- Brand vs. Non-Brand Queries
Regex-basierte Klassifikationen und automatisierte Markenerkennung dienten der strukturierten Kategorisierung. Ziel war es, generische Suchmuster zu isolieren und die Wirkung auf organische Discovery-Traffic zu messen.
Sie möchten eine kurze Einschätzung zur SEO-Performance Ihrer Website?
Schreiben Sie mich einfach an und nennen Sie mir die aktuellen Herausforderungen.
Zentrale Ergebnisse
1. Informationsanfragen nicht allein betroffen
Die häufig geäußerte Annahme, dass AI Overviews ausschließlich „Top-of-Funnel“-Anfragen betreffen, konnte nicht bestätigt werden.
- Informational Desktop: –70,5 %
- Non-Informational Desktop: –60,4 %
- Informational Mobile: –42,3 %
- Non-Informational Mobile: –32,2 %
Die Ergebnisse zeigen, dass auch kommerzielle und transaktionale Suchanfragen signifikant unterdrückt werden.
2. CTR-Rückgang bei allen Query-Längen
Ein Rückgang ist über alle Wortlängen hinweg sichtbar. Besonders betroffen sind mittellange Longtail-Queries:
- 1-Wort-Queries: –9,8 %
- 2 Wörter: –35,0 %
- 6 Wörter: –54,4 %
- 7 Wörter: –55,8 %
Die Hypothese, dass kürzere, transaktionale Anfragen weniger betroffen seien, konnte nicht belegt werden. Selbst Ein-Wort-Queries verlieren messbar, besonders seit dem EU-Rollout.
3. Markenabfragen profitieren, Non-Brand verliert massiv
Markenbezogene Suchen zeigen einen gegenteiligen Trend:
- Brand CTR: +8,0 %
- Non-Brand CTR: –42,4 %
- CTR-Verhältnis Brand/Non-Brand: Anstieg von 8,6x auf 16,2x
Die Kluft zwischen Marken- und generischer Sichtbarkeit hat sich damit in 16 Monaten um über 50 Prozentpunkte vergrößert.
Empfehlungen für Unternehmen:
Während viele wieder einmal den Tod von SEO ankündigen und GEO (Generative Engine Optimization) als neue Wunderwaffe ausrufen sollte man sich von dieser Mogelpackung nicht täuschen lassen: In AI Overviews klickt kaum noch jemand auf die Quelle einer Information und auch eine Nennung der Quelle in den Antworten erfolgt eher selten.
Zudem ist klassisches SEO die Basis, um auch in KI Chatbots angezeigt zu werden. Kein SEO mehr zu machen, wäre also der völlig falsche Weg. Allerdings ist ein Umdenken erforderlich, wenn Google die alte Spielregel Content gegen Traffic ändert und die teuer produzierten Inhalte einfach ungefragt selbst ausspielt.
- Diversifikation des Traffics: Abhängigkeit von generischen Suchanfragen verringern, z. B. durch Direktzugriffe, Newsletter, Social Media oder Partnernetzwerke. Der direkte Draht zu den Zielgruppen wird künftig immer wichtiger.
- Sichtbarkeit ausbauen: Nicht weniger, sondern mehr SEO kann die Verluste ausgleichen durch mehr Rankings und bessere Positionen in den Suchmaschinen. Während SEO in der Vergangenheit für schnelles Wachstum verantwortlich war, geht es aktuell in erster Linie um Stabilität.
- Markensichtbarkeit stärken: Investitionen in Branding zahlen sich direkt auf die organische Performance aus. Klickraten für Suchanfragen mit Marken haben laut Studie sogar noch zugelegt.
- Query-Typen differenziert bewerten: Informationsinhalte ohne Markenbezug verlieren massiv an Reichweite und sollten neu priorisiert werden. Reiner Glossarcontent ohne Bezug zu den Produkten und Angeboten eines Unternehmens sind verschwendete Zeit: Definitionen werden künftig von Chatbots erklärt. Stattdessen sollten Unternehmen sich stärker auf “Lösungen” und fachliche Beratung fokussieren, Services, die KI nicht selbst anbieten kann.
- SERP-Analyse intensivieren: Veränderungen in der Snippet-Positionierung frühzeitig erkennen und gezielt gegensteuern. Sistrix bietet ein Tool, um zu erkennen, für welche Keywords KI-Antworten ausgespielt werden und für welche nicht. Das ermöglicht eine Analyse von pot. klickfreundlicheren Themen.
Statt die Flinte ins Korn zu werfen oder ihre SEO-Abteilung zu feuern, sollten Unternehmen sich auf sinkende Reichweiten aus Suchmaschinen um rund 50% einstellen – und davon ausgehend weitermachen. SEO funktioniert weiterhin und ist auch die Grundlage für KI-Optimierung, wir dürfen die Zahlen nur nicht mehr mit der Zeit vor März 2025 vergleichen.
Kontakt
Udo Raaf (Dipl. Kommunikationswirt) betreibt seit 1999 erfolgreich eigene Websites und gibt sein Wissen heute als strategischer Content- und SEO-Berater an Unternehmen, Agenturen und NPOs weiter.
„Ich fand die Einblicke super und echt interessant zu entdecken, wo noch viel Potenzial schlummert.“
„Der Aufbau der Inhalte war sehr übersichtlich. Auch für „Frischlinge“ wie mich super verständlich.“
„Die im Vorfeld der Zusammenarbeit angestrebten Ziele wurden durchweg erreicht, sogar übertroffen.
“ContentConsultants.de gehört zu den 5 sichtbarsten SEO-Agenturen in Deutschland” (iBusiness 2025)