10 Tipps, wie man eine gute SEO Agentur findet

Wenn man sich mit Suchmaschinenoptimierung nicht besonders gut auskennt, ist es schwer einzuschätzen, ob eine Agentur solide Arbeit oder nur leere Versprechungen liefert. Ein paar sichere Anzeichen für gute SEO-Beratung gibt es aber doch. 

seo
So einfach funktioniert SEO einfach nicht. (Quelle: ContentConsultants – SEO Agentur Berlin)

Für viele Unternehmen ist SEO ein Buch mit sieben Siegeln, weil sie sich um ihre Produkte und Dienstleistungen kümmern müssen. Also heuern sie eine SEO-Agentur an, um ihre Website auf Vordermann bringen und über Google Reichweite und neue Kunden zu generieren.

Doch woran erkennt man eigentlich, ob eine Agentur wirklich gut ist oder ihnen nur heiße Luft – oder noch viel schlimmer – gefährliches Halbwissen verkauft? Scheinbar hat fast jedes Unternehmen bereits schlechte Erfahrungen mit SEO-Agenturen gemacht. Dabei kann man die Spreu vom Weizen recht einfach trennen.

Der SEO-Blog Search Engine Land hat 10 Tipps zusammen gestellt, wie man schlechte und nicht mehr zeitgemäße SEO-Praktiken erkennt: 

1 – Schlechte Qualität, doppelter Content
Wer immer wieder denselben dünnen Content zum selben Thema veröffentlicht hat ein massives Problem, weil man sich selbst Konkurrenz macht und somit jegliche Chance auf ein gutes Ranking selbst zunichte macht. Gute SEO-Agenturen werden immer dazu raten, erstklassigen, relevanten Content zu produzieren, der auch gefunden werden kann. Eine regelmäßige (mindestens monatliche) Analyse der eigenen Rankings sind unerlässlich, um diesen entscheidenden Fehler zu finden und abzustellen.

2 – Alte Taktiken
SEOs die heute noch behaupten, mit ein paar einfachen Tricksereien könne man Google manipulieren, leben in der Internet-Steinzeit – oder wollen mit leeren Versprechungen einfach nur schnelles Geld machen. Google ignoriert inzwischen alles, was irgendwie künstlich manipuliert sein könnte und interessiert sich nur noch dafür, ob der Content gut strukturiert und für Nutzer relevant ist. Wer überholte Begriffe „Meta Keywords“ oder „Keyworddichte“ heute immer noch im Sprachschatz hat, beweist, dass er nicht mehr auf dem neuesten Stand ist und den Anschluss verloren hat.

3 – Nur Blogbeiträge veröffentlichen
Blogs sind wichtig, um flexibel bestimmte Themen zu besetzen und Content aufzubauen, aber sie sind kein Allheilmittel und schon gar nicht das einzige Instrument eines SEO. Viel wichtiger ist es herauszufinden, mit welchen Inhalten, welchen Suchbegriffen und welchen Landingpages ein Unternehmen gefunden werden sollte. Alle weitere strategischen Maßnahmen sollten sich daraus ableiten lassen. Häufig bringt auch eine Optimierung der Usability schon sehr viel. Wer nur mit Keywordlisten oder gekauften Links hantiert, versteht sein Handwerk nicht.

4 – Künstlich gesenkte Absprungraten
Viele SEOs versprechen niedrige Absprungraten von einer Seite. Das hat aber überhaupt nichts damit zu tun, ob eine Seite gut performt oder nicht. Wenn sie dann noch auf Google Analytics künstlich Nutzerzahlen in die Höhe treiben, dann wird’s abenteuerlich. Vermeiden Sie also jegliche Strategie, die nur auf Manipulationen und nackten Zahlen basiert. Bei SEO geht es heute nicht mehr um Quantität, sondern um Qualität. Bieten Sie bessere Inhalte als der Wettbewerb! Nur dann haben Sie künftig noch Chancen auf eine gute Sichtbarkeit auf Google.

5 – SEO á la carte 
Bei der Suchmaschinenoptimierung muss man alle Faktoren gleichzeitig im Blick haben, um Erfolge zu erzielen. Es nützt nichts, nur auf Keywords zu optimieren, wenn niemand mit diesen Keywords ihr Produkt sucht. Umgekehrt nutzt auch eine Wettbewerbsrecherche nichts, wenn man seine eigene Seite nicht technisch optimiert hat. Wer nur einzelne Dienstleistungen einkauft, statt eine Rundum-Betreuung, kann es also im Grunde gleich sein lassen. Eine gute SEO-Beratung muss immer ganzheitlich erfolgen und alle Aspekte berücksichtigen, ansonsten wird sie nicht zum gewünschten bzw. möglichen Erfolg führen. Schlechte (oder gar keine) SEO kann sehr teuer werden, gute SEO wird die Umsätze nachhaltig steigern.

6 – Garantierte Rankings zu wichtigen Suchbegriffen
SEO ist keine exakte Wissenschaft und Google tut alles dafür, dass Seitenbetreiber die Suchergebnisse nicht einfach manipulieren können. Der Algorithmus der Suche wird fortlaufend verändert und verbessert. Eine gute Agentur kann zwar die Grundlagen dafür schaffen, gefunden zu werden und Probleme beseitigen. Bestimmte Rankings kann einem aber in einem so dynamischen Wettbewerb mit Millionen von Mitbewerbern um die gleichen Suchbegriffe niemand garantieren. Auch wenn das die Kunden natürlich gerne hören möchten.
Wer mit markigen Sprüchen wie „garantiert auf die Position 1“ wirbt, will diese Komplexität verschleiern, denn mit „irgendwas“ rankt jeder auf Position 1. Das ist keine Kunst. Die Kunst ist, mit den richtigen Suchbegriffen auffindbar zu werden.

7 – Billiges SEO
SEO ist nichts, was man eben mal so nebenbei oder sogar automatisiert machen kann. Man muss sich schon ganz tief reingraben und alle Elemente einer Website abklopfen, fortlaufendes Monitoring betreiben und einen langen Atem mitbringen. Das kostet Zeit. Diese Leistung gibt es nicht gegen ein paar Hundert Euro einmalig.

Unter 70 Euro pro Stunde kann es SEO nur bei blutigen Anfängern geben. Stundensätze von erfahrenen SEO-Dienstleistern fangen ab ca. 100 Euro an, nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Ein guter SEO wird Sie innerhalb einer ersten Beratung von seinen Kompetenzen überzeugen und datenbasiert aufzeigen, wie er arbeitet und wie er genau helfen kann. Vereinbaren sie eine Ausstiegsklausel, im Fall, dass Sie von der Arbeit eines SEO-Beraters nicht überzeugt sind und er Ihre Fragen nicht überzeugend beantworten kann. Und buchen Sie SEO niemals vermeintlich günstig online und anonym per Formular. Dabei handelt es sich einfach schlicht um Betrug. Sprechen Sie grundsätzlich nur persönlich mit einem SEO-Berater.

8 – Einrichtungsgebühren
Es gibt bei SEO nichts „einzurichten“. Deshalb sind Gebühren ohne konkrete Leistung nicht angemessen! Sinnvoll sind dagegen eine persönliche Erstberatung oder ein SEO Workshop, um zu sehen, wie ein SEO arbeitet und ob man versteht, was er da tut und ob die Zusammenarbeit funktioniert. Ein SEO kann viel bewirken, positiv wie auch negativ. Eine längerfristige Zusammenarbeit sollte nur auf Basis von Vertrauen erfolgen und nicht wegen irgendwelcher Gebühren oder Rabatte.

9 – Kein Zugang zu Google Analytics
Viele klassische Probleme kann man als SEO schon sehr schnell im Quellcode einer Webseite oder mit speziellen Tools erkennen. Aber wenn ein SEO langfristig mit einer Website arbeiten soll und keinen Zugang zu Google Analytics und Google Search Console angefordert hat, sollte man besser die Reißleine ziehen. Denn um eine Seite optimieren zu können, muss man auch genau wissen, wie sie tatsächlich genutzt wird.

10 – Kein regelmäßiges Reporting
SEO ist ein schnelllebiges Geschäft und alles ist ständig in Bewegung. Deshalb sollte man die Performance seines Webangebots mindestens monatlich checken und die Entwicklung beobachten. Nur so kann man nachvollziehen ob man auf dem richtigen Weg ist oder auf dem falschen und wo man neue Stellschrauben finden kann. 

Google-Mitarbeiter John Mueller ließ kürzlich durchblicken, dass sich Änderungen bei Google nach einem Relaunch oft erst nach einem halben Jahr bemerkbar machen. Erst dann hat Google die Seite neu bewertet. Ziehen Sie also noch nicht die Reißleine, wenn es nicht sofort bahnbrechende Verbesserungen gibt, SEO wirkt langfristig. Mindestens ein Jahr sollte man Zeit investieren, bevor man wirklich sehen kann, wie viel SEO bewirken kann.

Woran erkennt man eine gute SEO-Agentur?

Wer könnte besser wissen, was einen guten SEO ausmacht als Google? Auf den Hilfeseiten der Search Console empfiehlt Google, dass sich ein SEO zunächst einmal mit dem Thema einer Website identifizieren können und auskennen sollte. Nur mit Spaß, Motivation und einem gewissen thematischen Verständnis kann SEO gelingen. 

Darüber hinaus sollte der SEO Berater folgende wichtige Fragen an Sie stellen: 

  • Wodurch ist Ihr Unternehmen oder Ihre Dienstleistung für die Kunden so besonders und wertvoll?
  • Wer sind Ihre Kunden?
  • Wie entsteht der Umsatz Ihres Unternehmens und inwiefern können Suchergebnisse dazu beitragen?
  • Welche anderen Werbekanäle verwenden Sie?
  • Wer sind Ihre Mitbewerber?

Mit diesen Fragen verschafft sich die SEO-Agentur einen Überblick über Prioritäten und Besonderheiten des Unternehmens und stellt sicher, dass er in die richtige Richtung arbeitet und nicht nur nach Schema F.

Fragen, die Kunden an potenzielle SEO-Agenturen stellen sollten sind beispielsweise folgende: 

  • Haben Sie Referenzen, die Sie mir zeigen können?
  • Halten Sie sich an die Google-Richtlinien für Webmaster?
  • Bieten Sie zu Ihrer Suchmaschinenoptimierung auch ergänzende Dienste oder Beratung für Onlinemarketing an? (z.B. Workshops oder Hilfestellung für eigene SEO-Aktivitäten)
  • Welche Ergebnisse erwarten Sie in welchem Zeitraum? Wie messen Sie Ihren Erfolg?
  • Welche Verbindung haben Sie zu meiner Branche?
  • Bei mehrsprachigen Angeboten: Welche Erfahrung haben Sie mit der Entwicklung internationaler Websites?
  • Bei Shops: Welche Erfahrungen haben sie bei der Entwicklung von Online Shops?
  • Wie lange sind Sie bereits im Geschäft?

Erst wenn diese Fragen geklärt und vertrauensbildend beantwortet sind, sollten Sie einen Vertrag mit einer SEO-Agentur abschließen, nicht auf Basis des Honorars oder der Versprechungen.

Grundsätzlich sollte sich SEO daran messen, ob es ein nachhaltiges Wachstum in der Sichtbarkeit bei Google gibt. Klettern die Rankings für die relevanten Suchbegriffe nachweisbar nach oben und wächst die Reichweite über Google (lässt sich in Google Analytics exakt messen) auf die wichtigen Seiten, macht der SEO einen guten Job. Normalerweise refinanziert sich ein SEO über steigende Umsätze – sofern der Umsatz unmittelbar von der Reichweite abhängt. 

Tendenz: steigend. Diese Kurve sehen SEOs am liebsten. (Quelle: sistrix.de)

 

Was kostet eine SEO-Agentur?

Hier kann man nur schwer feste Preise nennen. Agenturen sind aufgrund der Overhead-Kosten grundsätzlich teurer, als SEO-Freelancer. Die Qualität ist nicht zwangsläufig besser, da Agenturen häufig Berufseinsteiger mit der Aufgabe betreuen und ein SEO-Freelancer meist selbst Hand anlegt.  Darüber hinaus sind besonders kompetente SEOs sehr häufig selbständig.

Kleineren und mittleren Unternehmen würde ich deshalb eher zum motivierten Freelancer raten, während große Unternehmen mit internationaler Ausrichtung oder einem Online Shop mit starkem Wettbewerb bei einer mehrköpfigen Agentur mit unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungswerten vermutlich besser aufgehoben sind.

Die Tagessätze reichen ab 600 (Freelancer) bis 5000 Euro (Agentur ehemaliger Google Angestellter). Gute SEOs arbeiten nicht für weniger, weil sie genug Auftragnehmer haben, die diese Summen bezahlen. Mehr als 1000 Euro Tagessatz ist allerdings auch eher selten zu rechtfertigen, schließlich kochen alle nur mit Wasser (bzw. denselben Daten) – und niemand kann Wunder vollbringen.

Warum machen so viele Unternehmen schlechte Erfahrungen mit SEO-Agenturen?

Das liegt meistens schlicht an der falschen Erwartungshaltung von Unternehmen, die denken mit ein bisschen Keyword-Optimierung, Linkkauf und ein bisschen Zauberei könnte man bei Google punkten. Doch diese Zeiten sind vorbei!

Umgekehrt verkaufen viele SEO-Agenturen einfach nur hochpreisige Abos, bleiben aber einen Leistungsnachweis schuldig. Das ruiniert den Ruf der Branche und muss nicht sein. Binden Sie sich längerfristig erst dann, wenn Sie von der Qualität eines SEO-Experten oder einer Agentur überzeugt sind und die Kommunikation verständlich ist.

SEO ist eine Investition in die eigene Zukunft! Und je früher man damit startet, desto besser sind die Aussichten auf Erfolg.

Wie gut ist Ihre Seite platziert?
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